Forschung im Bereich Prävention und Heilung

Die Forschung im Bereich Demenz, vor allem Alzheimer-Demenz, läuft auf Hochtouren. Demenz gehört zu den häufigsten Erkrankungen der Neuzeit, daher besteht ein großes Interesse daran, einen Wirkstoff zu entwickeln, der Demenz vorbeugt der gar heilt. Dazu hier mal ein Beispiel aus der jüngeren Verganngenheit. Die Pressemitteilung stammt vom 12.07.2011

Die Universitäten Bonn und Mainz führten in Bezug auf Alterungsprozesse im Gehirn eine neurowissenschaftliche Studie durch. Das Ergebnis: Der Cannabinoid 1-Rezeptor (CB1) kann uns zumindest vor dem geistigen Altern schützen.

Um der Ursache für Alzheimer auf den Grund zu gehen, hat eine Gruppe Wissenschaftler der Universitäten Bonn und Mainz unter der Leitung von Dr. Andras Bilkei-Gorzo eine Versuchsstudie an Mäusen durchgeführt. Bei einem Teil der Mäuse haben die Wissenschaftler den oben genannten CB1-Rezeptor ausser Kraft gesetzt. Die Mäuse, die zusätzlich noch nach Alter aufgeteilt waren, mussten dann in einem Schwimmbecken eine Plattform finden. Nachdem sie diese gefunden haben, wurde sie an einen anderen Ort im Becken verlegt und wieder mussten die Mäuse die Plattform suchen. So wurde das Lern- und Erinnerungsvermögen der Mäuse getestet.

“Die Lern- und Gedächnisleistung bei den Mäusen mit blockiertem Rezeptor war deutlich herabgesetzt”, so Dr. Bilkei-Gorzo. Sie waren bei der Suche weniger erfolgreich als die andere Gruppe. Weiterhin hatten sie einen deutlichen Verlust an Hirnzellen im Hippocampus, dort wo sich bei uns Neuerlerntes festigt. Es zeigte sich auch, dass je älter die Mäuse von vornherein waren, desto stärker wirkte sich die Blockierung des CB1-Rezeptors auf den Verfall aus. “Das CB1-Signalsystem hat also eine schützende Wirkung für die Nervenzellen”

Sie denken sicher nun: “Was haben denn Mäuse mit Menschen gemeinsam?”, und die Antwort is: “Viel!”, zumindest wenn es um Vorgänge im Gehirn geht. Denn die altersbedingten Änderungen in Mäusegehirnen weisen viele Parallelen zu denen des menschlichen Gehirns auf. Somit sind die Wissenschaftler der Ansicht, dass der CB1-Rezeptor womöglich ein Schritt in Richtung Vorbeugung vor Demenz ist.

Dies scheint zumindest ein Lichtblick und ein Beleg dafür, dass die Forschung in die richtige Richtung geht. Natürlich forschen nicht nur die Universitäten Bonn und Mainz in diesem Bereich. In Göttingen haben Forscher einen Impfstoff entwickelt, der gegen Alzheimer bei Mäusen vorgebeugt hat. „Die Ergebnisse der Studie sind ohne weiteres auf Menschen übertragbar“, sagt Prof. Thomas Bayer. Er geht davon aus, dass der Impfstoff für Menschen in 2 Jahren auf dem Markt erscheinen kann, Stand 05.11.2010. „Mit dieser Form der passiven Impfung können wir vermutlich keine Heilung erreichen, aber unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass Antikörper offenbar das Fortschreiten der Alzheimer-Krankheit stoppen“, wird Bayer zitiert. Es bleibt abzuwarten wie es sich entwickelt.

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Umgang mit Demenzkranken

Wie soll man Demenzkranken begegnen? Oft leben sie in einer anderen Realität, und auch wenn es ein Mensch ist, der einen Jahrzehnte lang kannte, kann es sein, dass er sich nicht daran erinnert. Das ist natürlich gerade für Familienangehörige sehr hart. Doch es gibt einen Grundsatz bei Demenzkranken, der niemals verletzt werden sollte: Geduld.

Haben sie Geduld mit den Demenzkranken. Sie sind sich ihrer Handlungen oftmals nicht bewusst. Ungeduld allerdings impliziert bei den Betroffenen das Gefühl, das sie etwas falsch gemacht haben. Daraus resultiert Unzufriedenheit, Unwohlsein und Traurigkeit, eventuell auch Verschlossenheit aus Angst wieder etwas falsch zu machen. Denn niemand macht gerne etwas falsch, oder? Seien sie also ein bisschen nachsichtig und geduldig im Umgang mit Demenzkranken. Vermeiden sie auch feste Termine. Die Demenzkranken sind nur bedingt lernfähig und unzuverlässig (das ist nicht böse gemeint), somit sind feste Terminabsprachen unmöglich. Was allerdings bei vielen Demenzkranken funktioniert ist die Zuweisung eines festen Platzes. Wenn ein Betroffener zum Beispiel neu in ein Heim kommt, kann der Pfleger mit ihm regelmäßig zu einem besimmten Sitzplatz in der Kantine oder im Hof gehen und ihm sagen es sei sein Platz. Nach einiger Zeit verinnerlicht der Demenzkranke dies. Es kann zwar sein, dass auf die Nachfrage, wo sein Platz sei, keine oder eine falsche Antwort kommt, allerdings wird man ihn oft an diesem Platz antreffen.

Womit wir auch schon bei der Kommunikaton mit Demenzkranken wären. Man sollte mit Demenzkranken in einfachen, kurzen Sätzen reden und auch die Sprache so einfach wie möglich halten. Es ist ratsam nur eine Information in einen Satz zu packen: nicht „Steh bitte auf und putz dir die Zähne“ sondern zuerst „Jetzt steh bitte auf“ und danach „Putz dir bitte die Zähne“. Die Befehlsform der Sätze scheint auf den ersten Blick gebieterisch, allerdings ist sie recht wirksam, und im Normalfall fühlt sich auch keiner der Demenzkranken dadurch bevormundet, solange man immer höflich bleibt und nicht schreit. Es gibt auch noch die Möglichkeit, sich selbst mit einzubeziehen, um den Betroffenen das Gefühl zu geben, nicht alleine zu sein: „So Herr/Frau Mustermensch, wir stehen jetzt auf“ und „Jetzt gehen wir Zähne putzen“. Was man vermeiden sollte sind Fragen, wie etwa „Willst dir nicht mal bitte die Zähne putzen?“ . Der Betroffene kann oft keinen Kontext herstellen oder versteht die Frage erst garnicht. Genausogut kann es sein, dass er die Frage zwar beantwortet, aber nichts macht, da oft die Eigeninitiative fehlt. Weiterhin sollte man auch einen Streit vermeiden, auch wenn die Kranken im Unrecht sind. Das ist ihnen nämlich oftmals nicht bewusst, und nach einem Streit bleibt meistens ein Gefühl von Unbehagen. Auch sollte man, wenn man die Demenzkranken wäscht oder ihnen Medikamente verabreicht, kurz erläutern, was man vorhat.

Wenn die Sprache bei den Betroffenen aus irgendeinem Grund nicht mehr funktionieren sollte oder es ihnen schwer fällt sich verbal auszudrücken oder Gehörtes zu verarbeiten, sollte man andere Sinne umso mehr ansprechen. Durch süße Speisen wie Schokolade werden Glücksgefühle freigesetzt und die Betroffenen fühlen sich besser. Auch angenehme Gerüche oder ruhige, entspannende Musik können sich positiv auf den Gemütszustand der Demenzkranken auswirken. Doch es ist Vorsicht geboten. Selbst die schönsten Reize sind nichts wert, wenn sie im Übermaß empfunden werden. Eine Reizüberflutung ist für Demenzkranke genauso unangenehm wie für gesunde Menschen, ihre Schwelle dafür liegt allerdings sehr viel niedriger. Sie sind nicht in der Lage ,mehrere Dinge  gleichzeitig zu verarbeiten. Daher ist es wichtig, die Reize gezielt, dosiert und einzeln zu setzen. Die Betroffenen haben auch nichts davon wenn sie während dem Schokolade essen Mozart hören, Picasso sehen und Chanel riechen.

Demenzkranke sollten auch in einer ihnen mehr oder weniger bekannten Umgeung leben. Wenn sie zu Hause gepflegt werden, ist dieser Umstand gegeben, wenn sie allerdings in ein Heim kommen, ist inhen die Umgebung erst mal völlig fremd. Daher ist es sehr gut, wenn man einige vertraute Gegenstände im Zimmer des Betroffenen im Pflegeheim deponiert. So nimmt er die Umgebung als vertraut war und fühlt sich wohler. Wichtig ist auch eine gute Beleuchtung der Umgebung, da Schatten oft nicht zugeordnet werden können und angsteinflößend sind.

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Behandlung und Therapie von Demenz

Wie behndelt man eine (noch) unheilbare Krankheit? Was kann man tun und was bringen die einzelnen Therapiemöglichkeiten? Für Demenzkranke gibt es viele Vorschläge zur Therapie, einige sind anerkannter oder wirkungsvoller als andere, aber der Mensch ist und bleibt ein Individuum. Was dem einen hilft, muss dem anderen nicht helfen und umgekehrt. Ich trage hier ein paar Möglichkeiten zur Therapie von Demenzkranken zusammen.

Beginnen wir mit der medizinischsten aller Therapiemöglichkeiten, nämlich der medikamentösen Therapie. Es gibt momentan 4 zugelassene Wirkstoffe auf dem Markt, die sich in 2 unrterschiedliche Klassen, je nach Wirkmechanismus, aufteilen. Zum einen haben wir die Acetylcholinesterase-Inhibitoren und zum anderen die NMDA-Antagonisten. Erstere hemmen Enzyme, die den Abbau von Acetylcholin, einem Botenstoff im Blut, hemmen, da Betroffene aufgrund der Hirnschädung eine Mangelproduktion haben und so an einer chronischen Unterversorgung dieses Stoffes leiden. Zweitere blockieren schädliche Wirkungen im Gehirn, die zu Funktionseinschränkungen führen. Es soll gesagt sein, dass alle diese Medikamente nur zur Behandlung einer Alzheimer-Demenz zugelassen sind, eines der Präparate wird allerdings häufiger auch zur Behandlung einer vaskulären Demenz verschrieben, ein anderes wird auch zur Behandlung der Lewy-Körperchen-Demenz eingesetzt.

Beginnen wir mit den Acetylcholinesterase-Inhibitoren. Hier gibt es 3 Vertreter.

  • Rivastigmin: Dieses Medikament zeigt den stärksten Effekt aller 3 Präparate. Man erfährt signifikante Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten und der Lebensqualität. Es hat allerdings viele Nebenwirkungen wie Anorexie (Appetitlosigkeit), Kopfschmerzen, Synkopen(Ohnmachtsatacken), Überlkeit, Erbrechen und Durchfall. Rivastigmin ist auch für die Behandlung der Lewy-Körperchen-Demenz zugelassen.
  • Donepzil: Die Wirkung von Donepzil ist zwar signifikant, soll heißen, eine Verbesserung der Symptome durch das Medikament ist vorhanden, allerdings ist sie im Falle von Donepzil eher schwach. Sein Vorteil ist jedoch, dass es verträglicher als die anderen beiden ist. In seltenen Fällen tritt Übelkeit, Durchfall und Kopfschmerz auf, in ganz seltenen (<1%) Halluzinationen, Anorexie, Inkontinenz, Krampfanfälle, Angst und Infektionen. Donepzil wird in manchen Fällen auch zur Behandlung einer vaskulären Demenz eingesetzt.
  • Galantamin: ein heute synthetisch hergestelltes Pflanzenalkaloid von Schneeglöckchen und Narzissen. Es hat im Gegensatz zu den anderen beiden eine starke, morphinähnliche analgetische Wirkung. Die Nebenwirkungen sind ähnlich wie bei den anderen Präparaten.

Bleibt nur ein medikament übrig, ein NMDA-Antagonist. Es heißt Memantin. Da das Acetylcholin-Defizit nicht alleine für den Verlauf der Demenz verantwortlich ist, stellen NMDA-Antagonisten einen ganz neuen Behandlungsansatz dar. Jedoch gibt es eine Diskussion über die Signifikanz der Wirkungsweise. Diese wird auch bei dem Pflanzenpräparat Ginkgo diskutiert. Es soll angeblich die Leistungsfähigkeit des Gedächtnisses steigern, allerdings gibt es dafür keinen Beleg. Jedoch gilt für alle diese Medikamente: Je früher die Demenz erkannt und medikamentös behandelt wird, desto besser wirken die Medikamente. Bei weit fortgeschrittenener Krankheit zeigt keines dieser Präparate eine signifikante Wirkung.

Sehr nützlich während einer Behandlung Demenzkranker kann das Biografieren des Betroffenen sein. Je besser man einen Menschen kennt, desto mehr kann man sich in ihn hineinversetzen und sein Tun möglicherweise besser oder überhaupt nachvollziehen. Oftmals stecken hinter den Handlungen von Demenzkranken, so abwegig sie auch zu sein scheinen, die primitivsten Gedanken wie zum Beispiel das Vermissen des (verstorbenen) Ehepartners oder die Freude über leckeren Saft. Der österreichische Pflegeforscher Erwin Böhm rät den Menschen, in jungen jahren ein sogenanntes Sozigramm zu erstellen. Dort vermerkt man alle Dinge, die einem im Kindes- und Jugendlichenalter Spaß gemacht haben. Dieses Sozigramm kann dann später dazu benutzt werden, um Kindheitsemotionen bei den Demenzkranken wachzurufen und Glücksgefühle auszulösen. Somit wird die Demenz zwar nicht geheilt aber die Auswirkungen vermindert. Ausserdem fühlt sich der Betroffene einfach besser.

Eine weitere Möglichkeit zur Behandlung von Demenz ist die Validation. Sie ist eine, von Naomi Feil entwickelte, Methode, um mit Demenzkranken zu kommunizieren. Man geht im Vorneherein davon aus, dass die Menschen danach streben, die unerledigten Aufgaben ihres Lebens nochmal aufzuarbeiten. Der Anwender der Validation, bei Demenzkranken meist ein Familienmitglied oder eine Pflegekraft, hilft ihnen dabei. Es gelten dabei die 10 Grundsätze der Validation:

  • Alle Menschen sind einzigartig und müssen als Individuen behandelt werden.
  • Alle Menschen sind wertvoll, ganz gleichgültig, in welchem Ausmaß sie verwirrt sind.
  • Es gibt einen Grund für das Verhalten von verwirrten, sehr alten Menschen.
  • Verhalten im sehr hohen Alter ist nicht nur eine Folge anatomischer Veränderungen des Gehirns, sondern das Ergebnis einer Kombination von körperlichen, sozialen und psychischen Veränderungen, die im Laufe eines Lebens stattgefunden haben.
  • Sehr alte Menschen kann man nicht dazu zwingen, ihr Verhalten zu ändern. Ein Mensch ändert sein Verhalten nur, wenn er es will.
  • Sehr alte Menschen muss man akzeptieren, ohne sie zu beurteilen.
  • Zu jedem Lebensabschnitt gehören bestimmte Aufgaben. Wenn man diese Aufgaben nicht im jeweiligen Lebensabschnitt schafft, kann das zu psychischen Problemen führen.
  • Wenn das Kurzzeitgedächtnis nachlässt, versuchen ältere Erwachsene, ihr Leben wieder in ein Gleichgewicht zu bringen, indem sie auf frühere Erinnerungen zurückgreifen. Wenn die Sehstärke nachlässt, sehen sie mit dem „inneren Auge“. Wenn ihr Gehör immer mehr nachlässt, hören sie Klänge aus der Vergangenheit.
  • Schmerzliche Gefühle, die ausgedrückt, anerkannt und von einer vertrauten Pflegeperson validiert werden, werden schwächer. Schmerzliche Gefühle, die man ignoriert und unterdrückt, werden stärker.
  • Einfühlung/Mitgefühl führt zu Vertrauen, verringert Angstzustände und stellt die Würde wieder her. (Quelle: Wikipedia)

Eine weitere Möglichkeit ist das Gedächtnistraining . Es grenzt sich vom viel gebrauchten Begriff Gehirnjogging ab, da es nicht zum Zeitvertreib und/oder aus Spaß betrieben wird, sondern um den Menschen zu helfen, sich besser zu konzentrieren. Dies ist jedoch nicht ganz ungefährlich. Das Training muss genau abgestimmt sein, sonst sind die Betroffenen frustriert und die Gesamtsituation verschlechtert sich.

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Welche Symptome treten bei Demenz auf?

Wie im ersten Artikel bereits erwähnt, lassen sich 5 Leitsymptome ausmachen. Diese sind Vergesslichkeit, Aphasie, Apraxie, Agnosie und das Dysexekutive Syndrom. In diesem Artikel möchte ich allerdings ein bisschen weiter ausholen und genauer beschreiben, wie sich eine Demenz manifestieren kann.

Beginnen wir bei den kognitiven Symptomen, also im Allgemeinen eine Störung des Gedächtnisses. Am Anfang ist in den meisten Fällen das Kutzzeitgedächtnis betroffen. Den Menschen fällt es schwer sich an Dinge zu erinnern, die vor kurzem passiert sind. Man merkt dies daran, dass sie innerhalb kürzester Zeit eine Frage oft stellen oder die gleiche Geschichte mehrfach erzählen. Mit dem Fortschreiten der Krankheit ist auch oftmals das Langzeitgedächtnis betroffen. Damit einhergehend ist oft auch Agnosie, also das die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, Gegenstände oder Personen wiederzuerkennen. Weitere Störungen sind Aphasie und Dyskalkulie. Unter Aphasie fallen Wortfindungsstörungen, Sprachverständnis und Leseschwierigkeiten. Dyskalkulie beinhaltet verschiedene Rechenstörungen, wie das Zuordenen von Symbol und Zahlname oder der Fähigkeit, einfachste Rechenaufgaben zu lösen. Es kommt auch häufig zu Störungen der räumlichen Wahrehmung und des Orientierungssinns. So kommt es, dass ältere Menschen sich in gewohnter Umgebung verlaufen, gerade wenn es bauliche Veränderungen in letzter Zeit gegeben hat.

Viele Betroffene weisen im Laufe der Zeit auch motorische Symptome auf. Sie werden zunehmend steif, weil sie ihre Gliedmaßen nicht mehr genug bewegen. Hinzu kommt, dass ihnen oft die Motivation fehlt, sich zu bewegen und erst nach Aufforderung etwas tun. Bei manchen ist auch die Gehfähigkeit gestört. Sie haben meist einen schlurfenden Gang. Folglich ist ihre Fallanfälligkeit ungleich höher als bei gesunden alten Menschen. Ganz böse wird’s, wenn auch noch Halte- und Schutzreflexe betroffen sind. Sie können sich sicher selbst ausmalen, was passiert wenn ein alter demenzkranker Mensch sich verläuft, hinfällt und den Sturz noch nicht mal ansatzweise versucht, zu dämpfen.

Die dritte Symptomgruppe, die ich hier ansprechen möchte, sind Verhaltensstörungen. Sie werden neuerdings auch mit BSPD bezeichnet. BSPD steht für „Behavioural and Psychologigal Symptoms of Dementia“. Die Liste dieser Symptome ist ewig lang. Ich möchte hier die häufisten und (meiner Meinung nach) interessantesten, ungewöhnlichsten und unerwartetsten erwähnen. Beginnen wir mit der Verhaltensstörung Nummer 1 unter den Demenzkranken: die Apathie oder zu deutsch Teilnahmslosigkeit. Die Betroffenen sind leidenschaftslos, kaum zu motivieren und zeigen keine Eigeninitiative. Bei 3 von 4 Demenzkranken tritt früher oder später eine Apathie auf, wobei die Prävalenz für die verschiedenen Demenz-Typen unterschiedlich ist. Ein weiteres, häufig auftretendes Symptom ist zielloses Herumirren. Jeder, der mal in einem Altenheim oder einer Anstalt für psychisch Kranke war, kennt das. Viele alte Menschen „rennen“ durch die Gegend, ohne wirklich ein Ziel zu haben oder sogar ohne zu wissen, wo sie letztendlich sind. Bei etwa 2 von 3 Demenzkranken tritt dieses Herumirren irgendwann in Erscheinung, zumindest solange sie noch in der Lage sind, sich selbst fortzubewegen (auch das klingt makaberer als es eigentlich ist). Eines der unerwarteteren Veränderungen bei Demenzkranken ist Euphorie. Je nachdem welche Hirnarreale betroffen sind, kann es zu Hormonausschüttungen kommen, die die Betroffenen in übermäßigem Maße euphorisch macht. Dies ist wohl eines der angenehmeren Symptome, wobei man nicht vergessen sollte, warum der Demenzkranke so euphorisch ist. Dies tritt in immerhin 1 von 6 Fällen auf, wohingegen etwa die Hälfte unter Dysphorie, also dem Gegenteil von Euphorie, leidet. Es können auch psychotische Symptome wie Halluzinationen auftreten. Diese sind relativ typisch für die Lewy-Körprchen-Demenz. Meist beginnt dies mit dem Sehen von nicht anwesenden Personen, mit denen sie auch manchmal Gespräche führen. Erstaunlich ist, dass einige Betroffene sogar wissen, dass die Personen gar nicht anwesend sind. Im Verlauf der Kranktheit verschlimmert sich dies jedoch, Betroffene sehen Tiere, Muster und in schlimmen Fällen ganze, meist angstgefärbte, Szenarien. Sie sind oftmals nicht mehr in der Lage zwischen Halluzination und Realität zu unterscheiden.

Demenzkranke können natürlich noch viel mehr Symptome aufweisen, doch um hier alle aufzuzählen, bräuchte es sehr viel Zeit. Ich habe hier die häufigsten genannt und ich möchte nochmals betonen, dass wenn keines dieser Symptome zutrifft, es trotzdem eine Demenz sein kann. Ich stelle hier keine Diagnose, ich informiere nur.

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Welche Demenzen gibt es und warum?

Mit „warum“ meine ich die Ursache der einzelnen Demenzformen, medizinisch-biologisch, nicht esoterisch-philosophisch. Wie wir schon festgestellt haben, gibt es im Grunde 2 unterschiedliche Typen der Demenz, zum einen die vaskuläre und zum anderen die neuro-degenerative. Da die Wenigsten sich etwas unter einer vaskulären Demenz vorstellen können, beginnen wir damit.

Vaskulär bedeutet „zu den (kleinen) Blutgefäßen gehörend oder von ihnen ausgehend“, die vaskuläre Medizin oder gleichbedeutend Angiologie befasst sich mit Gefäßerkrankungen. Da eine Demenz das Gehirn betrifft, handelt es sich bei einer vaskulären Demenz folglich um einen Gefäßschaden im Gehirn, der die Symptome dieser Demenzform erzeugt.

Auch hier gibt es wieder Mehrere Unterscheidungen, jenachdem wie die Erkrankungen zustande kommen. Da wären zum einen die Insulte, das heißt Blut ist nicht in der Lage, dort hin zu fließen wo es hinsoll. Gründe dafür sind entweder, dass ein Blutgefäß verstopft ist (ischämischer Insult) oder die Ader hat ein „Leck“ und Blut läuft aus (hämorrhagischer Insult). Dieses hier beschriebene Szenario entspricht der Definition eines Schlaganfalls. Von vaskulären Demenzformen ist aber erst die Rede, wenn durch mehrere kleine oder einen größeren Insult eine kritische masse an Nervengewee untrgegangen ist oder durch einen sogenannten strategischen Insult wichtige Hirnregionen getroffen werden, sodass trotz wenig abgestorbenen Hirnzellen ein großer Schaden entsteht. Bei ersterem, dem sogenannten Multiinfarktsyndrom, vermutet man, dass etwa 100 ml Hirngewebe abstirbt, sodass man im Anschluss von einer Demenz spricht. Aber auch dies hängt natürlich von den Regionen der Insulte ab.

Als zweite Ursache für vaskuläre Demenzformen zählen sogenannte mikroangiopathische Läsionen und Veränderungen. Diesen geht oftmals Arteriosklerose als Grunderkrankung vorraus. Arteriosklerose, im Volksmund auch Gefäßverkalkung, beschreibt eine Ablagerung von Fett, Kalk, Bindegewebe und Thromben (Blutgerinnseln) in den Arterien. Findet diese im Gehirn statt, kann sie auf verschiedene Arten eine vaskuläre Demenz bedingen. Zum einen können Hirnkranktheiten verurscacht werden, zum anderen kann es zu störungen im Blutkreislauf kommen. Als dritte Ursache kommen genetische Grunderkrankungen ins Spiel, die oftmals zu Insulten führen und so eine vaskuläre Demenz hervorrufen.

Kommen wir nun zu den neurodegenerativen Demenzen. Hier gibt es im Prinzip 2 Unterscheidungen: Alzheimer und Nicht-Alzheimer. Da es aber unter den Nicht-Alzheimer-Demenzen auch noch 2 relativ häufig auftretende Formen gibt, werde ich auch darauf kurz eingehen. Fangen wir aber vorne bei A wie Alzheimer an.

Alzheimer wird von vielen Menschen unter „Altersvergesslichkeit“ abgetan. Es stimmt zwar, das man im Alter mehr vergisst, doch nicht alle alten Menschen die mehr vergessen, haben Alzheimer. Den da steckt noch viel mehr dahinter. Vergesslichkeit ist meist eines der ersten Symptome von Alzheimer. Es kann sogar vorkommen, das erste, ganz leichte Symptome 8 Jahre, bevor man die Krankheit sicher diagnostizieren kann, auftreten. Bei der Alzheimer-Krankheit bilden sich vermehrt sogenannte senile Plaques im Gehirn. Dies sind, vereinfacht gesagt, Proteinablagerungen, die nach und nach gesundes Hirngewebe verdrängen und absterben lassen. Die Krankheit ist immer weiter fortschreitend, sodass man ihr irgendwann erliegt. Nach der Diagnose beträgt die Lebenserwartung 7-10 Jahre, es gibt jedoch dokumentierte Fälle, in denen der Tod schon 4-5 bzw. erst ca. 20 Jahre danach eintraten. Alzheimer ist auch die Form von Demenz, zu der die meiste Forschung in Richtung Prävention und Heilung stattfindet und die, die sich bissher am besten medikamentös behandeln lässt.

Die meisten Nicht-Alzheimer-Demenzen treten als Sekundärkrankheiten zu andren Krankheiten auf. Auf 2 daveon möchte ich hier kurz eingehen. Die erste ist die Lewy-Körperchen-Demenz, die meist als Nebenerkrankung zu Parkinson – und seltener als alleinstehende Krankheit – auftritt. Hier bilden sich sogenannte Lewy-Körperchen, runde Einschlusskörper von Nervenzellen. Diese reten bei Parkinson in der Substantia Nigra, einem teil des Mittelhirns auf. Bei der LKD findet man sie im Hirnstamm und der Großhirnrinde. Die Symptome hierbei sind stark schwankend, insgesammt verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen im Laufe der Zeit. Die zweite ist die Demenz als Nebenerscheinung der Pick-Krankheit. Die Pick-Krankheit ist eine Krankheit des Stirn- und schläfenlappens des Gehirns. Das besondere an dieser Form der Demenz ist, dass sie mit starken Persönlichkeitsveränderungen statt mit der üblichen Symptomatik beginnt. Weiterhin kann Demenz als Nebenerkrankung von Neuro-Syphillis, Multipler Sklerose, Creutzfeld-Jakob, Chorea Huntington, etc. auftreten.

Risikofaktoren sind neben dem bereits erwähnten Alter zum Beispiel Depressionen, Bluthochdruck oder Diabetes. Alles in allem lässt sich in jungen Jahren schwwer feststellen ob man später einmal an Demenz erkranken wird oder nicht, aber zumindest der vaskulären Demenz lässt sich gut durch richtige Ernährung etc vorbeugen. Bei den degenerativen ist es schwieriger, jedoch gilt: Wenn man mehr Gehrin hat, muss die Krankheit auch mehr kaputt machen. Somit ist zum Beispiel kognitives Training zum Aufbau neuer Synapsen gut geeignet zur Vorbeugung von Demenz.

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Was ist Demenz?

Und was ist Alzheimer? Gibt es da einen Unterschied? Und was kann man tun, wenn ein Angehöriger erste Symptome zeigt? Um diese und andere Fragen zu klären, oder zumindest mal um was dazu zu sagen, existiert dieses Blog. Am Anfang möchte ich ganz allgemein etwas zu Demenz erzählen. Ein paar Fakten und Zahlen kundgeben. Also, los geht’s.

Demenz ist eine Krankheit, die vermehrt im Alter auftritt. Sie lässt sich nach dem internationalen Krankheiten-Klassifikationsmodell (ICD, engl. International … Classification of Diseases…) in 4 Teile aufteilen:

  • Demenz bei Alzheimer-Krankheit
  • vaskuläre Demenz
  • Demenz bei anderorts klassifizierten Krankheiten
  • sonstige, nicht näher bezeichnete Demenz

Die deutsche Gesellschaft für Neurologie unterteilt Demenzen jedoch in 2 größere Gruppen, die der Ursache her rühren: vaskuläre und (neruo-)degenerative Demenzen.

Wie Sie nun sicher schon vermutet haben, ist Alzheimer-Demenz die häufigste Form. Sie macht etwa 60% aller Demenzerkrankeungen in Deutschland aus. Die vaskuläre Demenz tritt in ca. 20% der Fälle auf. Der Rest sind Mischformen und Demenz als Sekundärerkrankung. Der größte Risikofaktor der Demenz ist das Alter. Wie die demografische Verteilung aussieht, wird anhand folgender Tabelle deutlich:

 

Alter in Jahren Häufigkeit
65-69 1,20%
70-74 2,80%
75-79 6,00%
80-84 13,30%
85-89 23,90%
Älter als 90 34,60%

 

Die Prozentrate nimmt in ganz hohem Alter (>95) zwar wieder ab, das lässt sich allerdings dadurch erklären, dass die meisten Leute schon eher früher erkranken und garnicht mehr so alt werden (so makaber es auch klingen mag). Zur Zeit gibt es in Deutschland 1,3 Mio Demenzkranke, Tendenz steigend. Bis 2050 sollen doppelt so viele Menschen erkrankt sein, was auch daran liegt, dass Deutschland älter wird. Jedoch ist das nur eiene Hochrechnung. Es ist durchaus möglich dass in dieser Zeit der Durchbruch in der Demenzforschung gelingt und man in der Lage ist, zumindest einigen Demenztypen vorzubeugen, zu heilen oder zumindest das Risiko zu minimieren.

Kommen wir nun zu den typischsten Symptomen von Demenz. Demenz ist eine Krankheit, die die kognitiven Funktionen des Menschen beeinträchtigt. Hierzu zählen z.B. Kurz- und Langzeitgedächtnis, Denkvermögen, Sprache, Motorik und Sensorik. Leitsymptome gibt es im wesentlichen 5 Stück, je nach Typ und Stadium der Demenz unterschiedlich stark ausgeprägt:

  • Vergesslichkeit: Wohl das Symptom, mit dem die meisten Menschen Demenz verbinden. Tritt in der Regel als eine der ersten Symptome einer Alzheimer-Demenz auf.
  • Aphasie: Störung der Sprache, z.B. Wortfindungsstörungen
  • Apraxie: beinträchtigte Fähigkeit, motorische Aktivitäten auszuführen
  • Agnosie: Unfähigkeit, Dinge und Menschen zu identifizieren oder wiederzuerkennen
  • Dysexekutiven Syndrom: Störung der Exekutivfunktion, d.h. Planen, Organisieren, Einhalten der Reihenfolge, etc.

In der Regel werden diese Symptome mit fortschreitender Krankheit schlimmer, insbesondere bei den neurodegenerativen Formen, da ja immer mehr Nervenzellen absterben.

Halten wir kurz fest: Demenz und Alzheimer sind nicht gleichbedeutend, sondern Alzheimer ist eine Form der Demenz. Sie tritt vermehrt bei alten Menschen auf und im Grunde genommen wird das Gehirn geschädigt. Nichts was sie vermutlich nicht schon wussten. Aber das hier ist ja auch erst der Anfang. Wir wollen nun mehr ins Detail gehen

Aber vorher noch eine Anmerkung. Ich habe diese Seite hier gemacht, um einen Überblick über das Krankheitsbild Demenz zu geben, wie man die Krakheit erkennt, welche Ursachen es geben kann, welches die geläufigsten Behandlungsmethoden sind. Ich bin kein Arzt. Diese Seite soll keine ärztliche Diagnose ersetzen. Ich trage hier nur Wissen zusammen. Die Angaben sind ohne Gewähr. Wenn Sie wissen möchten, ob sie oder ein Bekannter/Verwandter an einer Demenz leidet, gehen Sie zu einem Arzt und lassen sich untersuchen. Nur weil ich hier gewisse Symptome nicht aufgezählt habe, soll das nicht heißen, dass sich die Krankheit auch anders zeigen kann. Leider gibt es heutzutage viel zu viele Möchtegernmediziner, die sich durch Wikipedia u. Ä. „bilden“ und der Ansicht sind, Ahnung zu haben. Im Zweifel jedoch lieber 10 € Praxisgebühr zahlen und zum Hausarzt gehen. Doch darum solls hier nicht gehen. Hier geht’s um eine Info-Seite zu Demenz.

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